Unser Körper

Bewusst provozierend, ziehe ich einen Vergleich zwischen unserem Verhältnis zu unserem Körper und unserem Verhältnis zu unserem Auto.

 

Wenn bei unserem Auto ein Signallämpchen aufleuchtet, dann reagieren wir darauf und gehen der Ursache auf den Grund. Entweder wir sind in der Lage das Problem selber zu beheben, dann tun wir dies auch. Oder wir fahren zur Werkstatt und sorgen dafür, dass die Ursache behoben wird. Es käme wohl kaum jemandem in den Sinn, beim Aufleuchten der Tankanzeige, dieses Lämpchen einfach kaputt zu schlagen, es "doof" zu finden und uns dann irgendwann zu wundern, wenn wir mit unserem Auto stehen blieben. Uns ist völlig klar, dass unser Auto gelegentlich "Bedürfnisse" hat und wir diese erfüllen müssen, damit das Auto seinen Dienst zuverlässig leisten kann.

 

Wie verhält sich dies nun mit unserem Körper? Hören wir auf dessen Bedürfnisse? Achten wir auf die Signale? Verstehen wir überhaupt noch seine Sprache?

 

Die Sprache unseres Köpers 

 

Die Sprache unseres Köpers ist sehr subtil. Im Alltag ist alles viel lauter, als unser Körper. Unser Gehirn bombardiert uns mit Gedanken, die Umgebung fordert uns mit ihren Reizen heraus und wir hören unseren Köper erst, wenn er mit Schmerz reagiert. Aber was dann? Hören wir ihn dann wirklich? Oder finden wir ihn dann "doof", "unpässlich" und "lästig"? Schlagen wir das "Signallämpchen" Schmerz mit einer Tablette kaputt? Wird uns nicht oft auch suggeriert, dass Schmerzen dazu gehören, wir über sie hinaus gehen sollen, erst dort echte Entwicklung entsteht?

 

Ich möchte hier klar dafür einstehen, dass unser Körper ein Jahrtausende entwickeltes, komplexes System ist. Es ist ein feines Zusammenspiel von hochkomplexen Abläufen und Prozessen, die alle ausserhalb unseres bewussten Zutuns völlig selbstständig ablaufen. Schmerz ist in diesem System ein klarer Alarmzustand des System. Er gibt uns zu verstehen, dass etwas nicht in Ordnung ist, aus dem Lot geraten ist und nicht einfach so vom restlichen System aufgefangen werden kann. Dementsprechend plädiere ich dafür diesem Alarmsystem und unserem Körper mehr Wohlwollen und Beachtung zu schenken - um nicht plötzlich "stehen zu bleiben".

 

Dieses Bewusstsein kann in allen Alltagssituationen vor allem aber bei allen körperlichen Betätigungen gestärkt werden. Einen vertierteren Zugang fand ich persönlich erst im Yoga, ganz explizit im Dynamic Yoga.